

Vogelmiere
stellaria media
Familie: Nelkengewächse
zarte Sternchen mit Powerkraft
Stellaria media – ein schöner Name für ein zartes Kräutlein mit Powerkraft.
Unter den Bauern wurde die Vogelmiere als Wetteranzeiger angesehen. Ihre Blüten öffnen sich bei gutem Wetter morgens gegen 9 Uhr, bei Regen bleiben sie jedoch geschlossen.
Auf den ersten Blick ist die kleine, zarte Pflanze kaum zu erkennen, und da nur wenige ihre positiven Eigenschaften kennen, wird sie schnell als Unkraut entfernt.
Es ist wirklich bedauerlich, denn sie gehört zu den wenigen Kräutern, die uns das ganze Jahr über zur Verfügung stehen. Die Vogelmiere ist äußerst anpassungsfähig und selbst im Winter zu finden. Sie widersteht der Kälte und wächst sogar unter der Schneedecke weiter. Sobald der Schnee schmilzt, entdeckt man ihre kleinen, weißen Blüten.
Die einjährige Vogelmiere ist an ihren dünnen, verzweigten Stängeln zu erkennen, die kriechend über den Boden bis zu einer Höhe von 40 cm wachsen. Sie verdrängt dabei keine anderen Pflanzen, sondern trägt im Gegenteil dazu bei, das Bodenleben gesund zu halten und den Boden zu schützen. Im Winter schützt sie vor Kälte und im Sommer vor dem Austrocknen.
Der Stängel ist rund und besitzt eine einreihige Haarlinie. Die ovalen Laubblätter, die bis zu 3 cm groß sind, sitzen paarweise am Stängel und sind spitz und grün. Die Pflanze nimmt den Tau mit den Härchen am Stängel auf.
Die weißen, sternförmigen Blüten sind weniger als einen Zentimeter groß – eher in der Größe eines kleinen Fingernagels. Sie besitzen fünf tief eingeschnittene weiße Kronblätter, die wie kleine Herzchen aussehen.
Heilkraft
Vogelmiere stimuliert unsere Lymphe und Nierenfunktionen, aktiviert den Stoffwechsel und hat blutreinigende sowie blutbildende Eigenschaften. Sie ist reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium, Eisen, Kieselsäure und zahlreichen Vitaminen (C, B, A). Besonders bemerkenswert ist ihr hoher Gehalt an Chlorophyll.
Wusstest du:
Das Vogelmiere doppelt so viel Kalzium, dreimal so viel Kalium und siebenmal so viel Eisen wie Kopfsalat enthält.
In der Volksmedizin wurde sie wegen ihrer Schleimstoffe zur Beruhigung von Husten verwendet. Sie stärkt die Blase und die Nieren und fördert die Verdauung im Darm.
Hildegard von Bingen nutzte das Kraut zur Heilung von Prellungen und Blutergüssen.
Sebastian Kneipp riet, bei Lungenerkrankungen Vogelmiere in einer Fleischbrühe mitzukochen.
Gesund & Lecker
Du kannst die gesamte Pflanze verwenden, aber die frischen Triebe sind am schmackhaftesten.
Meiner Meinung nach schmeckt sie nach Erbse oder Mais, und ich genieße sie am liebsten roh im Wildkräutersalat. Außerdem verarbeite ich sie zu Aufstrich, Pesto oder in Smoothies. Wenn du sie in der Suppe oder als Wildgemüse kochst, achte darauf, sie nicht zu stark zu erhitzen.
Beliebter Snack im Hühnerstall
Auch unsere Hühner sind ganz vernarrt in das Kräutlein. Besonders die Samen haben es unseren Hühnern und anderen Vögeln angetan. Laut Erzählungen soll die Eiproduktion gefördert und das Federkleid glänzend werden.
Verwechslung
Es besteht die Möglichkeit, ihn mit dem leicht giftigen Ackergauchheil zu verwechseln. Dieser blüht jedoch orange und nur im Sommer. Zudem hat er einen vierkantigen Stängel und bildet selten Teppiche.
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