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Gemeine Hasel

Corylus avellana

Familie: Birkengewächse (Betulaceae)

Der Haselstrauch – Frühling im Januar und eine Quelle der Vielfalt

Die gemeine Hasel beginnt bereits im Februar zu blühen – und leitet so nicht nur den Vorfrühling, sondern auch das Bienenjahr ein.

Dieser grüne Strauch, der bis zu 6 Meter hoch werden kann und ein stolzes Alter von 80 bis 100 Jahren erreicht, wächst bevorzugt an Waldrändern oder auf Wiesen. Mit seiner kräftigen Pfahlwurzel, die tief in die Erde reicht, sowie seinen weit ausgebreiteten Seitenwurzeln festigt die Hasel den Boden und schützt vor Erosion.


Als einhäusiger Strauch trägt die Hasel sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die männlichen Blüten, auch Kätzchen genannt, sind zunächst grüngelb und entwickeln sich bereits im Herbst an den Blattachseln. Im Vorfrühling blühen sie auf und erreichen eine Länge von 8 bis 10 cm.

Wusstest du, dass ein männliches Kätzchen etwa 2 Millionen Pollenkörner enthält!

Die weiblichen Blüten, die anfangs unscheinbar sind, zeigen bei näherem Hinsehen rubinrote Narben, die wie kleine Fäden aussehen – aus diesen entstehen später die Haselnüsse.



männliche Kätzchen weibliche Blüte


Die Bestäubung erfolgt durch den Wind oder durch leichte Bewegungen der Äste, etwa durch Eichhörnchen oder Vögel. Im besten Fall bleiben die Pollen an den weiblichen Blüten haften – im schlechtesten Fall erreichen sie Pollenallergiker.


Im Spätsommer bilden sich die Früchte – die Haselnüsse. Aus den Vorblättern der Blüte entsteht eine cremeweiße Fruchthülle welche einen gezähnten Rand hat.

Die Rinde des viel Stämmigen Haselstrauchs ist graubraun und mit zahlreichen kleinen Rillen, sogenannten Lentizellen, bedeckt. Die rundlichen, doppelt gesägten Blätter, die bis zu 8 cm groß werden, sind wechselständig angeordnet und leuchten im Frühling in einem frischen Grün.

 

Heilwirkung und Kulinarik

Die Hasel wird in der Pflanzenheilkunde geschätzt, da sie regulierend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirkt. Wickel aus Haselblättern können bei Ekzemen oder Hautunreinheiten helfen.


Die jungen Blätter sind kulinarisch besonders interessant und können bis etwa Juni gesammelt werden (danach werden sie ziemlich fest). Sie eignen sich hervorragend für Salate oder als Ersatz für Spinat. Blanchiert können sie mit feinen Füllungen gefüllt werden. Auch die Kätzchen sind verwertbar – ich mische sie gerne in meinen Porridge. Haselnüsse sind natürlich ein Klassiker: Sie verfeinern Salate, Müsli oder Kuchen, wobei man bei Verwendung stets auf mögliche Allergien achten sollte!


Energetische Bedeutung

Energetisch wird die Hasel mit Fröhlichkeit, Frieden und Glück assoziiert. Sie gilt als Symbol für Harmonie und wird häufig in Schutzräucherungen verwendet. Beim Verräuchern entfaltet sie einen angenehmen, nussigen Duft und reinigt Körper, Geist und Seele.


Brauchtum und Wissenswertes

Früher wurde der Haselstrauch oft in der Nähe von Häusern gepflanzt, um vor Zaubern und Unglück zu schützen. Mit einer Haselzweiggabel konnte man Wasseradern aufspüren – und auch heute noch wird die Pflanze in einigen Regionen dazu genutzt, verborgene Schätze zu finden. Das Holz der Hasel war in der Vergangenheit besonders für Flechtzäune und Spazierstöcke beliebt. Wanderstöcke aus Haselholz gelten sogar als Schutz vor Schlangenbissen. Die Äste können im Garten vielseitig verwendet werden. Sie dienen als Stützen für Tomaten oder als Rankgerüst für Bohnen und bieten dem Gemüse Stabilität.


Ökologie

Für Tiere wie den Eichelhäher, Eichhörnchen und Mäuse bietet der Haselstrauch einen wichtigen Lebensraum und eine wertvolle Nahrungsquelle. Zahlreiche Insekten und Schmetterlinge sind ebenfalls auf den Hasel-Strauch angewiesen. Denkt beim Sammeln stets daran und nehmt nur das, was ihr tatsächlich benötigt.


ACHTUNG – ALLERGIEGEFAHR!

Die Pollen der Hasel und die Haselnüsse können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Daher sollten Personen mit einer Pollen- oder Nussallergie unbedingt auf den Haselstrauch und seine Früchte verzichten.

 

🐿️ 




Haselnüsse - ein Genuss mit Gesundheitswert. 🐿️ 

Haselnüsse sind nicht nur die Grundlage für die bekannte Nuss-Nougat-Creme, sondern auch ein wahres Superfood. Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Kalium.

Übrigens: Haselnüsse enthalten mehr Calcium als Kuhmilch – gewichtsbezogen.

Als Kind habe ich Haselnüsse immer unter den Sträuchern gesammelt und mit einem kleinen Stein aufgebrochen – sehr lecker! Die Nüsse sind im Spätsommer reif und fallen meist von selbst zu Boden, wenn ihre Schale braun wird.

Aber Vorsicht: Wildtiere schätzen die Nüsse ebenso sehr wie wir, daher schnell zugreifen und nur das Nötigste nehmen!

Wer die Nüsse länger aufbewahren möchte, sollte sie in ihrer Schale an einem kühlen, trockenen Ort lagern und die Blätter entfernen. Nach dem Knacken sollten die Nüsse rasch verbraucht oder noch einige Tage getrocknet werden.


Ich nutze die Nüsse besonders gerne in meinem Porridge, zum Backen von Kuchen und Brot – oder einfach zum Naschen. Beim Rösten bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe nahezu vollständig erhalten, sodass man sich auch nach der Verarbeitung noch über die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile freuen kann.







Quellverzeichnis

Birgit Stratka - Baumheilkunde

Julia Gruber & Erwin Thoma - Bäume für die Seele

Naturschutzbund-ooe.at - 26. und 27.02.2024

naturadb.de - 26. und 27.02.2024


STECKBRIEF

 

Gemeine Hasel

Corylus avellana

 

Familie der

Birkengewächse (Betulaceae)

 

Volksnamen

Baumhasel, Waldhasel, Bienenstrauch, Kätzlein


Sammeln & Verwendung

Kätzchen, Blätter, Früchte = Nüsschen

 

Inhaltsstoffe

Eiweiß, Flavonoide, Harze, ätherische Öle

Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Vitamine A, B, C


Hinweis

Achtung Allergiegefahr

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