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  • Autorenbild Natureintopf

Die Kraft der Wurzeln

Viele Wurzeln kennen wir aus unserer täglichen Ernährung wie z.B. die Karotte, die ja aus der „Wilden Möhre“ entstanden ist, oder auch die Pastinake, der Erdäpfel oder die rote Rübe. Im Gegensatz zu den Blättern und Blüten steckt in den Wurzeln auch Stärke und diese macht sie sehr sättigend und Nahrhaft. Zahlreiche dieser Wurzeln sicherten den Menschen früher in einem kalten Winter das Überleben und viele dieser Wurzeln verwenden wir auch heute noch in unseren Speisen.


Doch heutzutage unterscheiden wir zwischen den Wurzeln die mittlerweile zu unserer täglischen Ernährung gehören und den Wurzeln der wilden Pflanzen, vor allem der Heilpflanzen.


Doch warum sind diese wilden Wurzeln so wertvoll? Im Herbst werden die Tage kürzer und die Pflanzen stellen ihr Wachstum ein und ziehen sich in die Erde zurück. Sie speichern ihre ganzen Nährstoffe und Energien in ihren Wurzeln und darum ist jetzt die Zeit gekommen um auf „Wurzeljagd „zu gehen.


Für mich der beste Zeitpunkt um eine Wurzel auszugraben ist, wenn die oberirdischen Teile verwelken. Das ist meist Oktober, November oder im Dezember der Fall. Die Pflanze ist in diesem Stadium jedoch nicht mehr gut zu erkennen und deshalb ist es wichtig, schon im Sommer zu schauen wo was wächst und sich dies zu merken bzw. zu markieren.

Es gilt auch hier:

Sammle nur die Wurzel, welche du zu 100 % kennst und

du auch weißt wie du sie verwendest !


Wie tief so eine Wurzel sitzt, hängt von der Wuchsform der Wurzel ab. Zum Ausgraben verwende ich ein Gartenmesser oder eine kleine Schaufel, für ganz tief sitzende Wurzeln benötigt man oft einen Spaten oder Wurzelstecher, traditionell verwendete man früher ein Geweih.



Ich lockere zuerst vorsichtig die Erde, dann steche ich vorsichtig die Wurzel aus bzw. grabe ich sie mit den Händen aus. Das geht besonders gut wenn es regnet und die Erde locker ist.

Nach dem ich meine Wurzeln ausgegraben habe, wird das Loch wieder mit Erde geschlossen, ich achte darauf ein Stück Wurzel oder auch ein Samenkorn zurück zu lassen. Für mich ist es ganz wichtig mich in der Natur achtsam, mit Respekt und Verantwortungsbewußt zu bewegen und zu verhalten.


Damit es weiterhin viel Pflanzenbestand gibt, nehme ich – so wie beim Kräutersammeln auch – immer nur soviel wie ich benötige.


Von der ausgegrabenen Wurzel entferne ich den gröbsten Schmutz und gebe diese z.B. in ein beschriftetes Papiersäckchen oder hänge ein Stück Papier mit dem Namen der Wurzel daran.

Zu Hause wird die Wurzeln dann vorsichtig gewaschen und gesäubert. Die meisten Wurzeln kann man roh oder gekocht essen. Um ihre Heilkraft zu gewinnen wird sie geschnitten, getrocknet und in Papiersäckchen bis zur Verwendung aufbewahrt. Achtet darauf, dass die Wurzel gut durchgetrocknet ist. Ich verwende dazu meinen Dörrapparat, du kannst deine Wurzeln jedoch auch in Scheiben schneiden und z.B. auf einem Faden auffädeln.

Die getrocknete Wurzel kannst du dann pulverisiert oder zerkleinert für ein Mazerat, eine Tinktur, zum Räuchern, kulinarisch, oder einen Tee verwenden.


Möchtest du deine Wurzeln in deinen Speiseplan einbauen, so kannst du sie roh z.B. in deinen Salat raspeln, in den Smoothie geben oder einfach kochen oder braten.


Gut zu wissen:

Bei zweijährige Pflanzen, wie z.B. der „Wilden Karde“ wird die Wurzel im Herbst des ersten Jahres oder im Frühjahr des zweiten Jahres ausgegraben

 

Wurzel-Beispiele:


Baldrian – Valeriana officinalis

Der Baldrian ist eine mehrjährig wachsende Pflanze. Die Wurzel des Baldrians wird erst im zweiten Jahr geerntet, ist oft sehr stark verzweigt und gelblich-weiß.

Durch das Trocknen der Wurzel entsteht ein charakteristischer, nicht sehr angenehmer Geruch, der dem Baldrian auch den Namen "Stinkwurz" einbrachte.

Die getrocknete Wurzel vom Baldrian verwende ich sehr gerne für einen Tee oder eine Räucherung. Eine Tinktur wird aus der frischen Wurzel angesetzt.

Baldrian hilft vor allem die Einschlafzeit zu verkürzen, steigert die Schlafqualität, er wirkt bei Unruhe und geistiger Erschöpfung. Auf der anderen Seite fokussiert er uns und hilft uns, uns zu konzentrieren.

Bei einer Räuchern wirkt sie beruhigend oder auch Konzentrationsfördernd. Sie duftet würzig und leicht holzig und ich mag sie sehr gerne und finde immer, dass sie mich - so wie die Pflanze auch - erdet.


Große Brennnessel – Urtica dioica

Brennnessel haben sogenannte Pfahlwurzeln welche bis zu 70 cm lang werden können und im Frühjahr oder Herbst ausgegraben werden können. Gesäubert, geschnitten und getrocknet kannst du einen Tee daraus zubereiten oder sie zu einem Pulver mörsern.


Von der Kommission E gilt als gesichert die Verwendung der Brennnesselwurzel bei gutartiger Prostatavergrößerung. Die Wurzel der Brennnessel wirkt vor allem entzündungshemmend und Harn treibend und verringert dadurch die Restharnmenge welche bei einer Vergrößerung der Prostata Beschwerden verursachen könnte.

Volksmedizinisch wird ihr nachgesagt, dass ein Sud aus der Wurzel, mit Apfelessig vermischt, den Haarwuchs fördern soll.



Die Brennnesselwurzel kann (so wie alle anderen Teile der Pflanze auch) zum Räuchern verwendet werden. Sie hat einen angenehm würzigen Duft und wird zur Reinigung und neutralisieren verwendet.


Löwenzahn - Taraxacum

Die bis zu einem Meter lange, dunkelbraune Pfahlwurzel grabe ich im Herbst aus. Sie enthält vor allem sehr viel Inulin welches für den Darm sehr gut ist.

Man kann sie roh essen, kochen oder trocknen. Getrocknetes Pulver wurde früher als Kaffeeersatz verwendet.


Beinwell – Symphytum officinale

Die Beinwellwurzel kann bis zu 50 cm lang werden, ist außen ganz schwarz und innen weiß.

Beinwell ist ein hilfreiches Mittel nach Knochenbrüchen, Verstauchungen, blauen Flecken, Prellungen oder Rückenschmerzen.

Aufgrund seiner giftigen Pyrrolizidinalkaloide gibt es gute Fertigpräparate aus der Apotheke die kein giftiges Alkaloid enthalten.



Knoblauchrauke – alliaria petiolata

Die Knoblauchrauke hat eine weiße Wurzel welche vom Geschmack her an Kren erinnert, auch ist sie ähnlich scharf - ich verwende sie auch genau so - meist reibe ich sie roh!


Nachtkerze - Oenothera

Nachtkerzenwurzel enthält sehr viel Stärke und schmeckt ähnlich wie Pastinake und kann auch so verwendet werden.

Wenn du sie kochst verfärbst sie sich rötlich, daher wurde sie früher auch „Schinkenwurz“ genannt. Gesammelt wird sie im Herbst des ersten Jahres.








Wilde Möhre

Aus der wilden Möhre hat sich ja unsere heimische Karotte entwickelt und diese zählt eigentlich zum Gemüse. Doch die wilde Möhre findet man immer noch auf Wiesen und wenn du sie ausgräbst wirst du eine weiß-gelbliche Wurzel finden die, wenn man sie aufschneidet, typisch nach Karotte riecht. Da die wilde Möhre zu den zweijährigen Pflanzen zählt, solltest du sie im Spätsommer/Herbst des ersten Jahres ernten, da schmeckt sie noch süß.


Wegwarte - Cichorium intybus

Die blaue Wegwarte gehört zu den Zichoriengewächsen und manch einer von euch kennt vielleicht noch den Zichorienkaffee.

Die Wurzel der mehrjährigen Pflanze sitzt oft sehr tief und wächst oft schräg – daher keinen Spaten verwenden und nur sehr vorsichtig graben.

Sie enthält vor allem jede Menge Bitterstoffe welche Appetitanregenden wirken und unsere Leber und Galle unterstützen. Das enthaltene Inulin ist für unsere Verdauung und unseren Darm gut.








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