

Suppe haben wir !
Vorratszauber für kalte Tage
Wenn der Sommer seine Fülle zeigt und das Suppengrün im Garten üppig wächst, beginnt für mich die Zeit, an den Winter zu denken. Bei uns ist die kalte Jahreszeit nämlich Suppenzeit: ein kräftiger Suppentopf als Hauptspeise oder eine einfache Frittatensuppe als Vorspeise – beides gehört zu unseren liebsten Wintergerichten. Damit ich dafür gut gerüstet bin, bereite ich jedes Jahr zwei Dinge vor: getrocknetes Suppengemüse und eine würzige Suppenpaste.
Getrocknetes Suppengemüse – der klassische Wintervorrat
Getrocknetes Suppengemüse ist eine wunderbare Möglichkeit, die Sommerernte haltbar zu machen. Es eignet sich jedes Gemüse, das später in die Suppe soll. Heute hatte ich Karotten, gelbe Rüben, Zeller, Petersilienwurzel und ‑blätter, Liebstöckel, einige Steinpilze, Lauch und Zwiebel – sogar drei Knoblauchzehen fanden den Weg in die Mischung. Insgesamt komme ich wieder auf rund ein Kilogramm Gemüse plus Kräuter.
Da ich die Schale mitverwende, wasche ich das Gemüse besonders gründlich und reinige es bei Bedarf mit der Gemüsebürste. Petersilienblätter und Liebstöckel schneide ich mit der Hand fein. Karotten, gelbe Rüben und Wurzeln werden grob geschnitten, Zwiebel und Knoblauch geschält und ebenfalls zerkleinert. Danach kommt alles in die Küchenmaschine und wird zu mittelfeinen Stückchen verarbeitet – diesmal soll keine Paste entstehen. Beim Trocknen werden die Stückchen später wieder etwas größer und ergeben eine schöne Suppeneinlage.
Wer möchte, kann etwas Salz (ca. 60 g) dazugeben – das ist optional. Die Mischung wird gut vermengt und dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Im vorgeheizten Backrohr bei 70–80 °C und leicht geöffneter Ofentür etwa 5 Stunden trocknen lassen.
Das vollständig getrocknete Suppengemüse kommt anschließend in sterile Gläser und wird gut verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort gelagert.
Tipp: Für ein ganz feines Suppenpulver kannst du das getrocknete Gemüse in einer alten Kaffeemühle mahlen.
Gut zu wissen:
Wenn ich Gemüse oder auch Äpfel schäle, wandert die Schale nicht in den Müll. Ich trockne sie einfach mit — als würzige Gemüsesalze oder als süßen Apfelzucker für den Vorrat
Suppenpaste – würzig, frisch und vielseitig
Heuer habe ich außerdem so viel Liebstöckel, Petersilie, Karotten und Zeller geerntet, dass ich nach einer weiteren Möglichkeit gesucht habe, alles zu verarbeiten. Mein Sohn, der Küchenchef ist, brachte mich schließlich auf die Idee einer Suppenpaste, die mit Salz haltbar gemacht wird und anstelle eines Suppenwürfels verwendet werden kann. Sie eignet sich auch hervorragend zum Würzen von Gemüsegerichten.
Liebstöckel – vielen als „Maggi‑Kraut“ bekannt – zählt heute zwar nicht mehr zu den klassischen Heilkräutern, doch in der Volksheilkunde wurde es früher gerne bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten eingesetzt. Es wirkt entzündungshemmend und harntreibend, weshalb Menschen mit Nierenerkrankungen sowie Schwangere vorsichtig sein sollten. In der Küche ist Liebstöckel jedoch ein wunderbares Würzkraut mit intensivem Aroma.
Für die Paste brauchst du etwa ein Kilogramm verschiedenstes, rohes Gemüse. Ich habe klassisches Suppengemüse verwendet: Zwiebel, Lauch, Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Knoblauch, Petersilie sowie etwas frischen Majoran, Bohnenkraut und Liebstöckel. Es spricht aber auch nichts gegen Paprika, Zucchini oder Paradeiser.
Das Gemüse wird gut gewaschen, bei Bedarf geschält und sorgfältig auf schadhafte Stellen kontrolliert. Danach grob schneiden und in der Küchenmaschine zu einem feinen Brei pürieren. Anschließend kommen 200 g Salz und etwa 1 EL Olivenöl dazu. Noch einmal gut durchmixen und die Masse in ausgekochte Gläser füllen. Verschließen und kühl lagern.
Durch den hohen Salzanteil ist die Paste sehr gut haltbar. Ich habe bereits ein kleines Glas verbraucht und bin begeistert. Da das Gemüse roh verarbeitet wird, bleiben die Vitamine erhalten – und du hast ein ganz natürliches Würzmittel. Beim ersten Würzen bitte vorsichtig sein: Die Paste ist sehr salzig.
Das brauchst du für die Suppenpaste
1 kg Suppengemüse
200 g Salz
1 EL Öl
Tipp: Du kannst die Masse auch in Eiswürfelbehälter streichen, einfrieren und später portionsweise verwenden.
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