

Neunkräutersuppe
neun Kräuter die den Winter vertreiben
Wenn der Winter endlich nachlässt und die Wiesen wieder Farbe bekommen, beginnt für mich die schönste Zeit: die ersten frischen Kräuter, die zarten Blätter, die kleinen Frühlingsblüten, die man beim Spaziergang entdeckt und direkt in die Küche mitnehmen kann. Und genau dafür gibt es die Neunkräutersuppe – ein kleiner Zaubertrank aus neun Kräutern, der den Frühling willkommen heißt.
Die klassische „Neunkräutersuppe“ besteht aus 3 × 3 Kräutern und gilt als eines der ältesten Gerichte, um den Frühling zu begrüßen. Ihre Kraft liegt nicht nur in den Pflanzen selbst, sondern auch in der Farbe Grün und der Zahl Neun.
Die Neun steht für Kraft, Vollkommenheit und Neubeginn. In der Kräuterarbeit sagt man, dass die Verwendung von neun Pflanzenteilen besonders kraftvoll ist – und angeblich stammt sogar der Ausruf „Ach du grüne Neune!“ aus dieser Tradition.
Zum Gründonnerstag wird die Suppe gerne serviert, aber eigentlich passt sie zu jedem Tag, an dem man das Gefühl hat, der Körper könnte ein bisschen Frühlingsenergie brauchen.
Du kannst alle Kräuter sammeln, die du sicher erkennst. Ich nehme am liebsten die jungen Triebe und Spitzen, weil sie besonders zart sind.
Die traditionellen neun Kräuter sind:
Giersch, , Gundelrebe, Brennnessel, Spitzwegerich, Löwenzahn, Sauerampfer, Taubnessel, Vogelmiere, Gänseblümchen oder Wiesenschaumkraut.
Pssst – ganz ehrlich: Die Suppe schmeckt auch mit anderen Kräutern, mit weniger oder mit ein paar mehr. Erlaubt ist, was schmeckt. Finde deine eigene Mischung, deinen eigenen Frühlingsgruß.
Das brauchst du für 4 Portionen
1 EL Öl oder Butterschmalz
1 l Gemüsesuppe
2 Zwiebeln
2–3 mittlere Erdäpfel
Kräutersalz & Pfeffer
1/2 TL Kümmel
vier Handvoll Wildkräuter (meine Mischung findest du unten)
Blüten zur Dekoration
optional: Obers oder Rahm
So geht’s
Zuerst sammelst du an einem schönen Tag vier große Hände voll verschiedener Kräuter. Egal ob du dich an die traditionellen neun hältst oder einfach nimmst, was bei dir wächst – wichtig ist nur, dass du die Pflanzen sicher kennst.
Zu Hause lässt du die Kräuter kurz stehen, damit kleine Tierchen noch flüchten können.
Dann röstest du die fein geschnittenen Zwiebeln im Öl oder Butterschmalz an, gießt mit Gemüsesuppe oder selbstgemachter Gemüsepaste auf und gibst die gewürfelten Erdäpfel und den Kümmel dazu.
Sobald die Erdäpfel weich sind, ziehst du den Topf vom Herd, gibst die gehackten Kräuter hinein und lässt sie kurz ziehen. Jetzt wird püriert, abgeschmeckt und – wenn du magst – mit etwas Obers oder Rahm verfeinert.
Mit Gänseblümchen, Veilchen, Bärlauchstreifen oder einem hübschen Blatt lässt sich die Suppe wunderbar dekorieren.
All diese Frühlingskräuter wirken entschlackend, blutreinigend und stoffwechselaktivierend. Ich esse die Suppe jedes Jahr sehr gerne – sie macht mich spürbar fitter und bringt dieses leichte, frische Frühlingsgefühl in den Körper.
Meine heutige Neunkräutermischung
Bärlauch – entgiftend
Gundelrebe – würzig, intensiv (sparsam verwenden)
Vogelmiere – reich an Mineralstoffen
Löwenzahnblätter – stoffwechselaktivierend
Brennnessel – eisenreich, blutreinigend
Taubnessel – mild, harntreibend
Spitzwegerich – reinigend, antibakteriell
Schafgarbe – entzündungshemmend
Brunnenkresse – sehr vitaminreich, etwas scharf (sparsam verwenden)
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