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Der Christbaum und seine zweite Karriere

wie Tanne und Fichte nach Weihnachten weiter Freude schenken

Das Weihnachtsfest ist vorbei, und auch die Zeit der festlichen Dekoration neigt sich dem Ende zu. Die Glaskugeln und Strohsterne sind wieder im Kasterl verstaut, die Lichterketten abgenommen – und der Christbaum, der bereits begann, seine Nadeln zu verlieren, durfte auf die Terrasse übersiedeln.


Vorher habe ich mir allerdings noch das eine oder andere Glas getrockneter Tannennadeln gesichert. Warum?

Tannen‑ und Fichtennadeln enthalten reichlich ätherische Öle, wirken schleimlösend, antibakteriell und besitzen desinfizierende Eigenschaften. Ein kleiner Schatz, den man nicht einfach wegwerfen sollte – vorausgesetzt, der Baum ist unbehandelt.


Wir achten beim Kauf immer darauf, einen heimischen Bio‑Baum mitzunehmen. Viele konventionelle Bäume werden leider mit Glyphosat oder anderen Pestiziden behandelt – solche Exemplare eignen sich nicht für Badewanne, Küche oder Teetasse.

Unser Baum kommt direkt vom Bauern im Nachbarort. Wir wissen, wo er gewachsen ist und wie mit ihm umgegangen wurde. Deshalb können wir ihn – mit einem kleinen Schmunzeln – aufessen oder mit in die Badewanne nehmen.


Baden mit dem Christbaum klingt lustig

Ein Bad aus Fichten‑ oder Tannennadeln riecht herrlich nach Wald und wirkt durch die ätherischen Öle schleim‑ und hustenlösend, entspannend und pflegend für die Haut.


Es gibt zwei Möglichkeiten:

– Du bereitest einen starken Absud zu: 2 l Wasser mit zwei Handvoll Nadeln oder kleinen Ästchen etwa 20 Minuten köcheln, abseihen und direkt ins Badewasser geben. – Oder du stellst dir ein Badesalz her: In ein ausgewaschenes Marmeladeglas 3–5 Tropfen ätherisches Tannenöl geben und das Glas schwenken, damit sich das Öl verteilt. Dann 10 EL Salz und 5 EL zerkleinerte Nadeln dazugeben, gut verschütteln und 1–2 EL davon in ein kleines Säckchen oder einen leeren Teebeutel füllen.


Da so ein Wald‑Bad den Kreislauf fordert, achte auf eine Badezeit von maximal 15–20 Minuten. Bei Asthma, Keuchhusten, Herz‑Kreislauf‑Problemen oder für Kleinkinder ist ein solches Bad nicht geeignet – im Zweifel vorher ärztlich abklären.

Tipp:   Gibst du deinem Badesalz noch etwas Öl dazu, hast du im Handumdrehen ein pflegendes Peeling.


🎄🎄🎄


Erinnerst du dich an den Moment, als der Christbaum bei euch eingezogen ist? Dieser wunderbare Duft?


Den kannst du dir durch eine Räucherung zurückholen. Einfach getrocknete Nadeln, ein Stück Rinde oder etwas Harz auf dein Stövchen oder die Räucherkohle legen – und schon zieht der Waldduft wieder ein.


Wald-Tee

Nach dem Wald‑Bad, dem Wald‑Duft und dem gemütlichen Platz auf der Couch fehlt nur noch eines: eine Tasse Wald‑Tee.

Dafür müssen die Nadeln ganz trocken sein. Lass sie nach dem Abnehmen noch ein paar Tage nachtrocknen. Dann im Mörser zerkleinern, damit sich die Inhaltsstoffe besser lösen.


Für eine Tasse Tee brauchst du etwa 1 TL Nadeln, mit 250 ml heißem Wasser übergießen, drei Minuten ziehen lassen, abseihen und genießen.

Ich verfeinere meinen Tee gerne mit Ingwer, Zitrone und etwas Honig. Du kannst die Nadeln auch mit Lavendel oder Melisse kombinieren.


Waldpulver & seine Verwendungsmöglichkeiten

Und wie kommt der Christbaum in den Suppentopf?

Ganz einfach: Die getrockneten Nadeln oder kleinen Ästchen lassen sich zu einem feinen Waldpulver vermahlen. Dieses passt wunderbar in Suppen, Braterdäpfel, Salatdressings, Smoothies oder sogar in Nudel‑ und Brotteig.


Auch ein Nadelsalz ist schnell gemacht: 100 g getrocknete Nadeln, etwas Zitronenschale und 50 g Steinsalz mörsern oder mahlen und in schöne Gläschen füllen.


Oder du bereitest eine Waldbutter zu: 150 g zimmerwarme Butter mit 2 EL gemörserten Nadeln, der Schale einer Zitrone und etwas Salz vermischen. In Eiswürfelbehälter streichen, einfrieren und später portionsweise verwenden.


Mein persönlicher Favorit ist jedoch das Wald‑Oxymel – und das lässt sich wunderbar aus unserem Christbaum herstellen.

Oxymel stärkt traditionell die Darmgesundheit, unterstützt das Immunsystem und schmeckt herrlich frisch.

Für das Wald‑Oxymel brauchst du: – etwa 30 g klein geschnittene Nadeln oder Ästchen von Tanne, Fichte oder Kiefer – 300 ml Waldhonig – 100 ml naturbelassenen Apfelessig

Alles in ein Glas geben, verrühren, verschließen und eine Woche ziehen lassen. Zwischendurch leicht schwenken. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.

Etwa 2 EL Oxymel mit 1 l Wasser verdünnen – und genießen.


🎄🎄🎄


Der restliche Baum wird gehäckselt, getrocknet und landet schließlich beim Lagerfeuer. Und wenn wir dort sitzen, heißen Nadel‑Tee trinken und in die Flammen schauen, erinnern wir uns ein letztes Mal an unseren schönen Weihnachtsbaum.

F o t o g a l e r i e

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