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Johanniskraut

Hypericum perforatum

Familie: Johanniskrautgewächse - Hypericaceae

Das strahlend gelbe Johanniskraut strahlt nicht nur wie die Sonne, sondern es besitzt auch die Fähigkeit das Licht der Sonne zu speichern.

Es wird mit der Sonne verbunden, die während der längsten Tage des Jahres ihre Energie aufnimmt, um sie dann während der dunklen Wintertage an uns Menschen abzugeben. Seine volle Stärke zeigt sich besonders um die Sommersonnenwende (20./21. Juni).


Johanniskraut

Zerreibt man die gelben Blüten zwischen den Fingern, tritt ein roter Saft aus. Diese rote Farbe entsteht durch den Farbstoff Hypericin und Hyperforin.

Hyperforin wirkt antiviral und antibakteriell und ist verantwortlich für seine stimmungsaufhellende Wirkung. Es bringt Freude, hebt die Stimmung, fördert das Glücksempfinden und wird insbesondere bei melancholischer und deptressiver Stimmung eingesetzt.

Seine beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften bekämpfen traurige und leicht depressive Verstimmungen. Johanniskraut hat zudem eine kräftigende Wirkung, die beispielsweise nach einer schweren, langwierigen Krankheit eingesetzt wird, sowie eine konzentrationsfördernde Wirkung.

Die entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften von Johanniskrautöl sind wissenschaftlich anerkannt und finden vor allem Anwendung bei der Pflege von Narben, der Wundheilung und der Regeneration der Haut.

Durch seine fördernde Wirkung auf die Durchblutung und die Unterstützung der Gewebeneubildung eignet sich das Öl auch zur Behandlung von leichten Verbrennungen wie Sonnenbrand, Abschürfungen und Hautentzündungen.

Zusätzlich wird Johanniskrautöl, auch bekannt als Rotöl, als Einreibemittel bei Ischias, Hexenschuss und Kreuzschmerzen verwendet.

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Steckbrief

Es existieren verschiedene Arten von Johanniskraut. Unser Fokus liegt auf dem „echten“ Johanniskraut - Hypericum perforatum -, das die höchste Heilkraft aufweist.

In den Blüten sind rotbräunliche Punkte oder Striche zu erkennen, die als Drüsenschuppen bekannt sind und in denen sich das Hypericin befindet.

Gute Erkennungsmerkmale findest du auch an den länglichen, leicht ovalen Blättern, an deren Rändern die Öldrüsen (schwarze Punkte) sichtbar sind. Diese Ölbehälter ähneln kleinen Nadelstichen und enthalten das wertvolle ätherische Öl.

Sowohl die goldgelben Blüten als auch die Blätter enthalten Öldrüsen, und wenn die Blüten zerrieben werden, färben sich die Finger rot.


Johanniskraut blüht von der Sommersonnenwende (Mitte Juni) bis in den September. Es wächst auf eine Höhe von 30 bis 60 cm und hat einen harten, festen zweikantigen Stängel, der mit Mark gefüllt ist.

Johanniskraut enthält neben Hypericin und Hyperforin auch Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl.


Wechselwirkung

Wenn Johanniskraut über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, kann dies die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente wie der Antibabypille oder Herzmedikamente beeinträchtigen oder sogar aufheben.

Aufgrund der Steigerung der Lichtempfindlichkeit durch Johanniskraut sollte es nicht vor einem Sonnenbad oder einem längeren Aufenthalt in der Sonne eingenommen oder aufgetragen werden.


Brauchtum

Kräuter die um die Sonnenwendezeit zu blühen beginnen, wurden in früheren Zeiten als zauberkräftig, als besonders heilsam angesehen und traditionell mit großen Feuern gefeiert.


Das Fest der Sommersonnenwende war ursprünglich dem Sonnengott Baldur geweiht. Man erzählt sich, um dem heidnischen Treiben ein Ende zu setzen wurde es von den Christen dem „Heiligen Johannes dem Täufer“ zugeordnet. Wenige Tage nach der Sommersonnenwende, am 24. Juni wird die Geburt von Johannes des Täufers - symbolisch die Geburt des Lichts und der Erneuerung - gefeiert.


Zu dieser Jahreszeit grünt und blüht es. Doch nach den ersten sechs Monaten im Jahr, folgt jetzt ein Wendepunkt. Die Tage werden wieder kürzer, die Natur geht in die Phase der Reifung, der Ernte und Bäume, Sträucher und Pflanzen bilden Knospen für das nächste Jahr.


Dies wird mit folgendem Spruch aus dem Volksmund sehr deutlich:

„Wenn Johannes ist geboren, gehen die Tage wieder verloren“

Viele Bräuche haben sich rund um die Sommersonnenwende und dem Johanni-Tag entwickelt.


Der bekannteste ist sicher das Sonnwend- oder Johannisfeuer. Es gilt als heiliges Feuer. Vor allem in ländlichen Gegenden werden auch heute noch große Feuer entzündet.

„Heiliger Veit, i bitt um a Scheit,

a kurzes und a lang‘s

zum Sunnawendtanz!“


Traditionell sammelten Kinder Äste und stapelten gemeinsam mit den Erwachsenen die Holzstapel. Die Feuer wurden durch Reiben von Holz oder Schlagen von Feuersteinen entzündet. Da die Sonne an diesen Tagen am höchsten steht und die Sonnenkraft in den nächsten Tagen und Wochen nachlassen wird, möchte man sie durch diese „irdischen Feuer“ unterstützen.

Rund ums Feuer wird getanzt und später, wenn das Feuer heruntergebrannt ist, kann Stockbrot über der Glut gegrillt werden. Wer besonders mutig war oder ist, kann über das Feuer springen. Traditionell trugen die Mädchen für den „Sprung übers Feuer“ Haarkränze aus Johanniskraut, Beifuß und anderen Heilkräutern. Nach dem Sprung warf man den Kranz ins Feuer, und alle Sorgen und Lasten, die man mit sich trug, gingen in Flammen auf.


In manchen Bundesländern werden auch Strohpuppen, sogenannte „Hansln“, in den Flammen verbrannt. Laut Volksglauben werden bei der „Hanslverbrennung“ Unheil und Dämonen abgewehrt und Hagelschäden gebannt.



„Teufelsfeder“ & Sonnenkraft

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird ein einzigartiges Naturphänomen beobachtet. Während dieser Nacht erblüht der Farn, auch bekannt als „Teufelsfeder“, der angeblich Unsichtbarkeit verleihen und für finanziellen Erfolg sorgen soll.


In diesen Tagen blüht auch das Johanniskraut und leuchtet genauso hell wie die Sonne. Ein getrocknetes Sträußchen der "Sonnenkraft" kann über der Eingangstüre aufgehängt werden, um negative Schwingungen fernzuhalten.

Johanniskraut wird auch in den traditionellen „Sunnawendbuschen“ (Sonnwendbuschen) gebunden.

 

Der Name der Johannisbeere und des Johanniswürmchens (Glühwürmchens) stammt auch von Johannis ab.

 

Lostag

Der Johannistag markiert das Ende des Lostagskalenders im Jahr. Lostage bieten Informationen über das Wetter, den besten Zeitpunkt für die Aussaat und Ernte sowie Naturphänomene, die im Laufe des Jahres auftreten.


„Regnets am Johannistag, so halt noch weiter an die Plag!“
 
Im Garten

Um die Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen und den hohen Gehalt an ätherischen Ölen zu maximieren, ist eine sonnige Lage entscheidend. Johanniskraut ist äußerst anspruchslos, gedeiht gut an heißen und trockenen Standorten und ist eine äußerst genügsame Pflanze.

Natürliche Nachbarn in wilden Wiesen könnten Dost, wilde Möhre, Wiesensalbei oder Nachkerze sein. Im Kräutergartenbeet fühlt es sich auch neben Lavendel, Thymian oder Rosen wohl.

Die Samenstände lasse ich über den Winter stehen, um Insektenlarven ein Winterquartier zu bieten.

 






Literaturnachweis:

Das Geschenk der zwölf Monate, Ursula, Heidemarie u.

Helmut Wittmann, Agnes Ofner

Lektion_Johanniskraut von Dr. Strauss

Lilalaemmchen-shop.de 16.06.24


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