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Johanniskraut

Familie: Johanniskrautgewächse -Hypericaceae

Wenn das Johanniskraut zu blühen beginnt hat man den Eindruck, dass viele kleine strahlende Sonnen auf der Wiese stehen.


Johanniskraut gehört zur Familie der Johanniskräuter und zählt zu den Sonnenheilkräutern - das sind Kräuter die die Heilkraft der Sonne in sich tragen.


Sein Anblick wärmt uns und macht gute Laune. Johanniskraut hat die Eigenschaft das Sonnenlicht den ganzen Sommer lang zu speichern und in unseren getrockneten Kräutern steckt all die Kraft und Wärme die es den ganzen Sommer lang gespeichert hat und genau diese im Sommer aufgefangene Sonnenkraft und Wärme gibt es dann in den langen Wintermonaten an uns zurück.


Johanniskraut

Es gibt verschiedene Johanniskrautarten. Wir beschäftigen uns mit dem „echten“ Johanniskraut, dem Tüpfel-Johanniskraut - Hypericum perforatum - welches die stärkste Heilkraft hat.


Gerne wächst es in sonnigen Lagen, an Waldrändern oder Lichtungen, in der Heide oder den Weiden - es bevorzugt warme Böden. Die Blütezeit ist zur Sommersonnenwende von Mitte Juni bis in den September.


Johanniskraut kann bis zu 80 cm hoch werden, die Stängel verzweigen sich nach oben hin und es hat einen harten, festen, markgefüllten Stängel. Dieser hat zwei Längskanten - diese sind vor allem im unteren Bereich sehr gut zu ertasten.

Die ovalen, stiellosen Blätter sitzen gegenständig am Stängel und sind 1-2 cm groß.

Wenn du ein Blatt gegen das Licht hältst, sieht dieses aus wie mit kleinen Nadelstichen perforiert - lauter kleine schwarze Tupfen. Dabei handelt es sich um die mit Harz und ätherischem Öl gefüllte Drüsen welche im Blatt liegen.

Auch die Blätter des Johanniskrautes haben schwarzrote Öldrüsen, du kannst diese auch sehen – der Blütenrand hat kleine schwarze Punkte und wenn du diese zwischen deinen Finger zerreibst, färben sich deine Fingerspitzen so richtig Blutrot. Den beim Zerreiben tritt Hypericin, welches für die Rotfärbung mitverantwortlich ist, aus.

Nachdem die Blüte verblüht ist bilden sich zylindrische, dunkelbraune Kapselfrüchte in denen sich die Samen befinden.


Nach mindestens zwei Tagen Sonnenschein können die oberen (so etwa 10 - 15 cm) blühenden Triebe abgeschnitten und getrocknet oder auch frisch verarbeitet werden. Für das Johanniskrautöl, wegen seiner roten Farbe auch unter dem Namen "Rotöl" bekannt, werden Blüten, Knospen und junge Früchte verwendet.


Johanniskrautöl wirkt vor allem durchblutungsfördern, entspannend und auch leicht schmerzlindern.

Wissenschaftlich anerkannt sind die entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaft die vor allem bei der Narbenpflege und Regeneration der Haut eingesetzt werden. Das wertvolle Rotöl wird auch als Einreibemittel bei Muskelverspannungen, Kreuzschmerzen oder Hexenschuss erfolgreich angewendet. Auch stumpfe Verletzungen oder leichte Verbrennungen 1. Grades lassen sich gut damit behandeln.


Johanniskrauttee oder Fertigpräparate können unterstützend bei Erschöpfungszuständen, bei Stimmungstiefs, bei nervöser Unruhe oder bei leichten Depressionen (nur unter Ärztlicher Aufsicht) begleiten.


Wechselwirkungen:

Bei längerer Einnahme von Johanniskraut kann die Arzneimittelwirkung von parallel eingenommenen Medikamenten herabgesetzt werden bzw. hebt es diese völlig auf. Darum bitte immer ärztlich abklären lassen.


Nebenwirkungen:

Vor allem bei hellhäutigen oder Lichtempfindlichen Personen kann es in Verbindung mit Sonnenlicht zu Hautveränderungen oder Hautrötungen führen, manchmal löst es auch Kopfschmerzen oder Müdigkeit aus.

Schwangere und Kinder dürfen kein Johanniskraut zu sich nehmen!


 


Brauchtum
Zur Sommersonnenwende werden auch heutzutage noch „Johannifeuer – oder Sonnwendfeuer“ entzündet. Rund ums Feuer wird getanzt und wer sogar darüber springt, der soll mit Gesundheit, Kraft, Liebe & Fruchtbarkeit belohnt werden. Traditionell trugen die Mädchen für den „Sprung übers Feuer“ Haarkränze aus Johanniskraut, Beifuß und anderen Heilkräutern. Nach dem Sprung warf man den Kranz ins Feuer und alle Sorgen und Lasten die man mit sich trug gingen in Flammen auf. – was für ein schöner Brauch.



 


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