

gemeine Wegwarte
Cichorium intybus
Familie der Korbblütler (Asteraceae)
Blümchenkaffee & Zauberkraut
„Einer Sage nach wartete ein Ritterfräulein auf ihren Geliebten der an den Ritterkreuzzügen teilnahm. Jeden Tag wartete sie treu vor dem Burgtor auf seine Rückkehr und wollte die Hoffnung nicht aufgeben. Vergebens - der Teufel sieht sie mit ihren blauen Augen, er will sie haben – als Gott das mitbekommt verwandelt er das Mädchen mit den blauen Augen in die Wegwarte“.
Seitdem steht die Wegwarte als kraftvolle Begleiterin am Wegesrand, die schützt und unterstützt.
Sie wächst entlang von Wegen oder Straßen, vorzugsweise auf trockenen Böden, Schuttplätzen oder Brachflächen. Von Juni bis Oktober erfreut uns die bis zu 120 Zentimeter hohe Pflanze mit ihren blassblauen, manchmal auch weißen Blüten. Ihr hohler, kantiger, behaarter Stängel enthält wie der Löwenzahn einen weißen Milchsaft. An den verzweigten Stängeln befinden sich kleine lanzettliche Blätter und leichte Blütenköpfchen mit langen, blauen – manchmal auch weißen - Zungenblüten
.
PS: „die weiße Wegwarte ist die Prinzessin unter den Wegwarten und diese darf (wenn überhaupt) nur von einem Sonntagskind gepflückt werden
In der Regel blüht jede Blüte nur für einen Tag und verwelkt am Abend bereits wieder.
Die Wegwarte gehört der „Blumenuhr“ des Botaniker Carl von Linné an
Der Botaniker Carl von Linné hat Blumen identifiziert, die ihre Blüten immer zur gleichen Zeit öffnen und schließen, und nannte sie "Blumenuhr". Diese Blumen blühen und schließen sich im Verlauf eines Tages.
Die Wegwarte ist ein echter Frühaufsteher! Morgens zwischen 5 und 6 Uhr öffnet sie ihre Blüten und folgt dann der Sonne. Um die Mittagszeit herum schließt sie ihre Blüten wieder - (obwohl dies je nach Region variieren kann).
Und was passiert am nächsten Tag? Eine weitere Blüte entfaltet sich fast an derselben Stelle. Die Wegwarte ist wirklich wie ein Meister der Blüten!
Die Blätter und Blüten der Wegwarte können roh genossen werden. Aber Vorsicht, nicht alle Blätter sind gleich. Die jungen Blätter sind schmackhaft und können roh gegessen werden, aber die älteren Blätter sind so bitter, dass sie besser als Gemüse gekocht werden sollten.
Sollten dir die Blätter zu bitter sein, dann kannst du sie für zwei Stunden in lauwarmen Wasser einweichen (das funktioniert auch mit den Bittersalaten).
🌿 Wusstest du, dass aus der Wegwarte die uns bekannten Salate wie Chicorée, Zuckerhut oder Radicchio gezüchtet wurden.
Die Wegwarte ist vor allem bekannt für ihre Wurzel! Bestimmt hast du schon mal von "Blümchen- oder Zichorienkaffee" gehört. Leute, die keinen normalen Kaffee vertragen, greifen gerne auf die Wurzeln von Löwenzahn oder Wegwarte zurück.
Wenn du die Wurzel ausgegraben hast, dann musst du sie erstmal sauber machen und die Schale abkratzen. Danach schneidest du die saubere Wurzel der Länge nach durch, fädelst sie auf und lässt sie trocknen oder schneidest sie, verteilst sie auf einem Backblech und röstest sie, bis sie schön dunkelbraun ist und nach Kaffee duftet. Vergiss nicht, sie während des Röstens regelmäßig zu wenden!
Die gerösteten Wurzeln können nun in Papiersäckchen oder dunklen Gläsern an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort aufbewahrt werden. Vor dem Gebrauch mahlen wie Kaffeebohnen und mit heißem Wasser aufgießen.
In der Naturheilkunde wird die Pflanze wegen ihrer Bitter- und Gerbstoffe geschätzt, da sie den Stoffwechsel anregen kann. Wurzel und Blätter sind appetitanregend, Magen-Darm stärkend und sehr gut bei Störungen der Milzfunktionen. Der Presssaft der Pflanze fördert die Funktion unserer Verdauungsorgane, während ein Tee aus den Blättern und der Wurzel dabei helfen kann, Schwermetalle und Gifte aus dem Körper auszuleiten.
Erzählung
Die Wegwarte war so magisch, dass sie sogar als Liebestrank verwendet wurde! Wenn du sie benutzt hast, würde dein Traummann direkt vor deinen Augen erscheinen - oder zumindest in deinen Träumen! 😉
Wert für Insekten
Es gibt 38 verschiedene Arten von Wildbienen, darunter die Mauerbiene, die kleine Zottelbiene und die rotbeinige Sandbiene, die Nektar und Pollen sammeln. Zusätzlich nutzen auch Hummeln, Schwebefliegen und Schmetterlinge wie der Hauhechel-Bläuling sie als Nahrungsquelle.
Übrigens:
Die Expertenjury des NHV Theophrastus hat entschieden, dass die heutzutage eher vergessene „Wegwarte“ im Jahr 2020 den Menschen wieder näher gebracht werden soll und daher war sie 2020 „Heilpflanze des Jahres“.
Quellverzeichnis:
Ausbildungsunterlagen
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