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"Woodpecker" - Trommler des Waldes
Zwischen alten Bäumen und lebendigem Grün zeigt sich ein besonderer Gast: der Buntspecht.
Sein kräftiges Klopfen und die leuchtenden Farben machen ihn unverwechselbar. Mit 22 bis 26 cm Körpergröße gehört er zu den mittelgroßen Spechten, doch sein schwarz-weiß-rotes Gefieder lässt ihn sofort ins Auge fallen. Beide Geschlechter tragen einen gelblichen Stirnfleck, Männchen tragen zusätzlich einen roten Fleck am Hinterkopf, während Weibchen darauf verzichten – ein feiner Unterschied, den man bei genauer Beobachtung erkennen kann.
Auf unserer Wiese hat sich ein Paar im Baumgürtel niedergelassen, wo morsches Holz den perfekten Platz für eine Höhle bietet. Spechte sind wahre Baumeister: In rund vier Metern Höhe öffnet sich ein kleiner Eingang von nur wenigen Zentimetern – dahinter liegt das Nest, in dem vier bis sieben Eier ausgebrütet werden. Nach etwa zwölf Tagen schlüpfen die Küken, die drei bis vier Wochen lang von beiden Eltern gefüttert werden, bis sie ihre ersten Flugversuche wagen.
Um an Nahrung zu gelangen, hacken die Vögel kleine Gänge ins Holz. Mit ihrer langen Zunge holen sie Insekten aus den Ritzen – manchmal auch süßen Baumsaft. Wer einmal zugesehen hat, wenn ein Specht loslegt, weiß: dann fliegen die Späne. Damit Staub und Splitter nicht in seine Nase gelangen, schützen feine Federn über den Nasenlöchern.
So kann er hämmern und hämmern – bis zu 12.000 mal am Tag. Kopfschmerzen bekommt er davon nicht: Zwischen Schnabel und Schädel wirkt eine besondere „Stoßdämpfung“. Sein kleines Gehirn sitzt fest eingebettet in schwammartiger Masse und ist so vor Schäden geschützt. Während des Klopfens stützt er sich auf seinen starken Schwanz.
Neben Insekten oder Fichtenzapfen stehen auch Nüsse und Eicheln auf dem Speiseplan. Während andere Vögel sie aus der Höhe fallen lassen, klemmt der Buntspecht sie geschickt in eine Baumspalte und hackt so lange, bis der Samen frei wird. Im Winter besucht er gerne das Futterhäuschen – dann heißt es oft: Wer ist schneller, Specht oder Eichhörnchen? Beobachtet man ihn beim Fliegen, erkennt man seinen typischen Rhythmus: erst Flügelschläge, dann ein kurzes Gleiten – wie eine Welle in der Luft.
Ökosystem
Spechte sind nicht nur faszinierende Vögel, sie prägen auch ihren Lebensraum. Durch das Anbohren der Bäume verändern sie deren Wundreaktion – Äste wachsen anders, manche werden verstärkt. Ihre Höhlen bieten später auch anderen Tieren wie Meisen, Fledermäusen oder Siebenschläfern ein Zuhause. So wird der Buntspecht zum wichtigen „Wohnungsbauer“ im Ökosystem.
Stimme & Verbreitung
Neben seinem Trommeln ist auch der kurze, scharfe „kick“-Ruf typisch. Der Buntspecht ist in ganz Europa verbreitet und bleibt als Standvogel das ganze Jahr über in seinem Revier – ein vertrauter Nachbar in Wald, Park und Garten.
Glücks- und Schutzsymbol
Weil Spechte oft neue Höhlen zimmern, die später anderen Tieren als Zuhause dienen, gelten sie als Wohltäter des Waldes.
Ihr Trommeln inspirierte in vielen Kulturen die Vorstellung, dass der Specht den Herzschlag der Natur hörbar macht.
Quellverzeichnis:
Project Gallery

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