

6. Adventgedanke
"Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren"
Albert Schweitzer
6. Dezember: Der Apfel vor der Türe
Heute geht es ums stille Schenken. Nicht um große Geschenke, sondern um kleine Zeichen der Güte – wie der Apfel, der in der Geschichte vor der Tür liegt.
Kleines Geschenk:
Lege heute selbst einen Apfel vor eine Tür. Vielleicht bei einem Nachbarn, einer Freundin, einem Kind – oder auch bei dir selbst. Du kannst ihn schlicht lassen oder mit einem kleinen Zettel versehen: „Ein kleiner Gruß vom Apfel-Nikolo.“
Impuls:
Was bedeutet für dich echtes Geben? Nicht aus Pflicht, sondern aus dem Herzen.
Vielleicht magst du heute auch innerlich jemandem etwas schenken: einen schönen Gedanken oder ein Dankeschön.
Diese Geschichte habe ich euch heute mitgebracht - vielleicht möchtet ihr sie heute mit jemandem teilen.
Die Geschichte vom Nikolausbesuch in der Stube
Überliefert aus dem Salzkammergut, Autor unbekannt – Volksgut
Es war ein kalter Dezemberabend in einem kleinen Dorf am See. Die Kinder saßen in der warmen Stube, die Fenster beschlagen, draußen Dunkelheit und Schnee. Plötzlich hörte man ein leises Rasseln, dann ein Klopfen an der Tür.
Die Mutter lächelte geheimnisvoll, der Vater stand auf und öffnete. Und da stand er: der Nikolaus, mit langem Mantel, Bischofsmütze und einem goldenen Buch. Neben ihm der Krampus, mit zotteligem Fell und rasselnden Ketten – aber mit einem schelmischen Grinsen.
Der Nikolaus trat ein, sprach mit ruhiger Stimme, lobte die Kinder für ihre kleinen guten Taten: das Teilen der Jause, das Trösten des kleinen Bruders, das Helfen beim Holzholen. Dann holte er aus seinem Sack Äpfel, Nüsse und ein Lebkuchenherz – für jedes Kind eines.
Der Krampus schnaubte, aber die Kinder wussten: Wer Gutes tut, braucht sich nicht zu fürchten.
Als die beiden wieder gingen, blieb eine stille Freude in der Stube zurück – und der Duft von Lebkuchen und Tannenzweigen.