SAMMELGRUNDREGELN

Ihr kennt sicher den Spruch" für jedes Wehwehchen wächst ein Kraut" - das mag zwar meistens stimmen, jedoch wenn es falsch verwendet wird, kann es auch Schaden anrichten - und das will ja keiner.

Nehmt an einer Kräuterwanderung teil, besucht Kurse oder studiert das ein oder andere Buch.

Getrocknete Wildkräuter oder Gewürze bekommt ihr auch in der Apotheke oder im Reformhaus zu kaufen.

Beachtet bitte immer die Anleitungen zur Einnahme von Kräutern und die jeweiligen Eigenschaften. Kräuter können auch Nebenwirkungen wie Allergien (Achtung bei Korbblütlern) auslösen oder Giftstoffe (z.B. Pyrrolizidinalkaloide - Huflattlich) enthalten.

 

Nehmt nie alles mit - die Waldtiere und die Natur danken es euch.

Achtet darauf keine gefährdeten Pflanzen zu pflücken oder auszureißen. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten.

Sammelt nicht unmittelbar an einer Straße, bei Bahngleisen oder wirtschaftlich genutzten Feldern - hier kann Gift bzw. Pflanzenschutzmittel gespritzt werden

Immer gesunde und saubere Pflanzenteile sammeln, die oberen Spitzen oder jungen Blätter sind am zartesten bzw. haben noch weniger Bitterstoffe

Kräuter nie in Plastiktüten/behälter geben - Schimmelgefahr. Zum Kräutersammeln eignen sich am besten Körbe oder Papiersackerln. Die gesammelten Kräuter frisch weiterverarbeiten bzw. rasch trocknen, einlegen oder einfrieren.

 

Kräuter richtig trocknen

sammeln - bündeln - aufhängen - auflegen - luftig trocknen

Um mir einen Vorrat an Kräutern anzulegen, trockne ich sie sehr gerne. Du kannst Wildkräuter oder Gartenkräuter trocknen, die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Nicht alles eignet sich zum Trocknen - z.B. Bärlauch verliert beim Trocknen seine wertvollen Inhaltsstoffe, Schnittlauch oder auch Dille friert man besser ein. Manche Kräuter werden bodennah geschnitten und bei manchen sammelt man z.B. nur die Blütenköpfe.

Sobald die ersten Pflanzen sich zeigen beginnt die Sammelzeit. Die Wiesen werden bunt und es duftet nach Gras, Kräutern und Frühling. So eine Frühlingswiese ist nicht nur toll & bunt anzusehen sondern auch sehr wertvoll. Wächst doch auf ihr vom Spitzwegerich angefangen, über den Rotklee, das Gänseblümchen, der Löwenzahn, die Vogelmiere, die Brennnessel bis zum Frauenmantel so vieles - ich kann gar nicht alles aufzählen.

Erkunde so eine Wiese einmal und zähle die vielen Arten die du findest.

Bevor ich mit meinem Korb bewaffnet losziehe, bringe ich meine Kräuterhütte auf Vordermann. Der "Winterstaub" muss ausgefegt werden und Kräuter die vom letzten Jahr über geblieben sind (und das sind nicht viele) werden aussortiert. In der Küche sind sie noch gut einsetzbar bzw. freuen sich die Ziegen im Naturpark schon auf diese Leckerei.

Die Vorratsgläser werden gesäubert und neue Papiersackerln angeschafft. Auch meine selbstgebastelten Trockenrahmen werden entstaubt und die Schnur für die Kräutersträuße neu gespannt.

Wenn die Hütte wieder "Einsatzbereit" ist geht's los.

Am besten sammelt man nach einigen sonnigen, trockenen Tagen am späteren Vormittag oder über Mittag. Jetzt ist der Gehalt der äth. Öle am stärksten. Kräuter sollten nicht gewaschen werden, ich lass sie jedoch für kurze Zeit in Ruhe liegen um kleinen Insekten die Möglichkeit zur Flucht zu geben und schüttel sie ein wenig aus.

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Du kannst die gesammelten, trockenen Kräuter entweder zu Büscheln zusammen binden und an luftigen, warmen - nicht zu kalten aber auch nicht zu heißen - Orten Kopfüber aufhängen - auf keinen Fall in der direkten Sonne. Ein Dachboden oder eine Scheune/Hütte eignen sich super dafür. Mach nicht zu dicke Bündel (ca. fünf bis acht Triebe)  und häng sie auch nicht zu knapp nebeneinander auf - Schimmelgefahr.

Die zweite Möglichkeit ist die Kräuter auf Trockenrahmen, auf einem großen Baumwolltuch oder auch auf den Blättern einer Küchenrolle aufzulegen. Das macht man vor allem mit Blütenköpfen oder einzelnen Blättern. Trockenrahmen lassen sich auch gut über einander stapeln und die Luftzirkulation ist trotzdem gegeben.

 

Rascheln die Kräuter und lassen sie sich zwischen den Fingern zerreiben sind sie fertig getrocknet und du kannst die Blätter möglichst ganz von den Stielen rebeln, bei den Blüten nimmt man oft nur die Blütenblätter (z.B. Ringelblume). Auf keinen Fall deine getrockneten Kräuter gleich mörsern oder pulverisieren. Zerkleinert werden die Kräuter erst, wenn du sie verwendest.

Deine getrocknete Ernte kannst du in Gläser, Keramik- oder Blechgefäßen oder Papiersackerln abfüllen (auf keinen Fall in Plastkbehältern) und am besten kühl und dunkel lagern. So halten sie mindestens ein Jahr.

Wissen: Das Trocknen von Heilpflanzen ist die älteste Form der Konservierung. Die getrockneten Teile einer Heilpflanze werden als Droge bezeichnet.

SALZ ist nicht gleich SALZ

Salz ist seit jeher nicht nur ein Lebensmittel, sondern dient auch zur Konservierung von Lebensmittel und wird auch gerne in der Heilkunde und der Kosmetik eingesetzt.

Der Mensch sollte pro Tag durchschnittlich sechs Gramm Salz zu sich nehmen. (stark schwitzende etwas mehr, ca. acht Gramm). Um zu überleben musst du mindestens zwei Gramm Salz täglich zu dir nehmen. Die meisten Menschen nehmen viel mehr Salz zu sich, da vor allem in „Fertigspeisen“ sehr viel Salz versteckt ist.

Doch zurück zu unserem Thema – welches Salz? Industriesalz oder Natursalz? Steinsalz oder Meersalz? Grobes oder feines Salz? Das ist alles gar nicht so einfach zu beantworten und ich glaube jeder muss für sich selbst „sein Salz“ oder seine „Salze“ finden.

Wir verwenden vor allem in der Küche verschiedene Steinsalze, jedoch auch für mein Badesalz habe ich mein Lieblingssalz.

Du musst bewusst die vielen verschiedenen Salzsorten ausprobieren und Umwelteinflüsse abwiegen, um dein bevorzugtes Salz zu finden. Ich kann dir diese Frage nicht beantworten, teile hier jedoch gerne meine Recherchen über die Unterschiede der Gewinnung.

Die erste Frage war Industriesalz oder Natursalz?

Das kann ich für mich gleich einmal sehr schnell beantworten. Natürlich Natursalz. So natürlich wie möglich und so unbehandelt wie möglich.

 

Zur zweiten Frage: Meersalz oder Steinsalz?

Wenn man es genau nimmt sind beide Arten „Meersalz“. Denn auch das Salz im Berg war ja einmal Meersalz – „Urmeersalz“. Jedoch war dieses sehr alte Salz nicht den heutigen Umweltbelastungen ausgesetzt.

Und da kommen wir zum heutigen Meersalz. Aufgrund der Verschmutzung der Weltmeere und dem darin befindlichen Mikroplastik, sollte dies jeder zumindest einmal hinterfragen und für sich selbst beantworten.

Salz wird je nach Gewinnung in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Salz, das aus dem Meer gewonnen wird

  • Salz, das aus dem Berg (unter der Erde) gewonnen wird.

Durch verschiedene Abbauarten entstehen drei Salzarten:

Siedesalz, Steinsalz und Meersalz

Beim sogenannten „Steinsalz“ werden Salzstöcke, die im Berg unter der Erde lagern in bergmännischer Art und Weise in Salzbergwerken aus dem Stein geschlagen oder gesprengt. Diese Klumpen werden gereinigt, zerschlagen und in verschiedenen Größen gemahlen. Dieser Natursalzabbau ist auch heute noch mit harter körperlicher Arbeit verbunden. Es ist handverlesen, enthält Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisenoxid, Magnesium und Calcium.  Vor allem wegen seiner Naturbelassenheit und dem milden Geschmack eignet es sich für bewusste Küche.

Das sogenannte „Siedeverfahren“ ist die zweite Möglichkeit der Salzgewinnung aus dem Berg. Zwei Drittel der weltweiten Salzproduktion werden als Siedesalz gewonnen. Mehrere Stellen werden angebohrt und Wasser wird in die Salz-Lagerstätten gepumpt. Das Wasser löst die Salze und nimmt dieses auf. Dieses „Salzwasser“ wird als Sole bezeichnet. Entweder kommt es natürlich an die Oberfläche oder es muss hochgepumpt werden. Die gewonnene Sole wird gekocht und das Salz bleibt über. Dieses Salz ist neben der Vewendung als Speisesalz auch sehr gut zum Fermentieren geeignet. Es eignet sich jedoch nicht nur als Speisesalz sondern ist vielsseitig einsetzbar, z.B. als Pharmasalz, Salztabletten, Viehsalz

Meersalz wird aus den Meeren gewonnen. Die gewonnene Sole kommt in große, flache Becken wo das Wasser durch Sonneneinstrahlung und Wind verdunstet. Die Salzkonzentration steigt. Das Wasser wird durch mehrere Becken geleitet und im Erntebecken abgeschöpft. Bei der Gewinnung von Meersalz entstehen unterschiedliche Korngrößen. Meersalz wird nicht nur gerne für die Küche verwendet sondern auch bei der Herstellung von Pflegeprodukten.

Bei allen gewonnenen Salzen ist es wichtig diese anschließend gut zu trocknen. Salz hat in der Regel eine Restfeuchtigkeit, die unter 3 % liegt (Ausnahme Fleur de Sel).

Der Salzgehalt ist jedoch auch von Meer zu Meer verschieden. Die Ostsee hat z.B. einen Salzgehalt von 0,4 – 2 %, die Nordsee ca. 3,5 % und das Tote Meer ca. 30 %.

Auch sogenannte „Süßwasser-Gewässer“ enthalten Salz. Jedoch nur sehr minimal. So hat z.B. der Neusiedlersee einen Salzgehalt von 0,2 %.