Upcycling - Eierschalen

Beim letzten Kuchenbacken habe ich festgestellt, dass ich auf einmal einen ganzen Berg leere Eierschalen hatte. Zu schade zum Wegwerfen! Da bekam ich den Tipp, diese zu einem Pflanzendünger zu verarbeiten. Eierschalen sind reich an Kalk und Mikronährstoffen wie Eisen oder auch Zink und Sie bereichern den Boden mit Calcium. Um den Kalkgehalt perfekt nutzen zu können, musst du die Schalen möglichst zerkleinern bzw. pulverisieren.

Wichtig! Meine leeren Schalen baden kurz in gekochtem Wasser (keimfrei), anschließend gut trocknen lassen und die getrockneten, gereinigten Schalen pulverisieren. Du kannst sie mörsern oder in einer alten Kaffeereibe zermahlen. Danach kommen Sie in ein Glas bis zur weiteren Verwendung.

Du kannst das Eierschalenpulver entweder direkt in dein Beet streuen (Achtung nicht auf die Pflanze, sondern nur in die Erde leicht einarbeiten) oder du machst dir einen Flüssigdünger.

Dazu wird Eierschalenpulver (von 1-2 Eiern / ca. 1-2 EL Pulver) mit 1 Liter Wasser übergossen, über Nacht ziehen lassen (um die Mineralstoffe zu lösen), abfiltern, in eine Glasflasche füllen und fertig ist dein Flüssigdünger.

Und dann geht’s ab ins Beet!  

Doch aufgepasst: nicht alle Pflanzen brauchen Kalk, um glücklich zu sein. Thymian, Salbei und Lavendel freuen sich besonders über diese Extraportion Kalk.

Auch Bohnen, Erbsen oder Tomaten gehören zu den kalkliebenden Gemüsesorten.

Hortensien, Rhododendron oder Magnolien zählen zu den kalkunverträglichen Pflanzen und vertragen ihn weniger.

Wichtig ist auch, dass ihr nicht überdüngt und genau schaut, was eure Pflanzen sonst noch brauchen.

Denn so wie in unserer Ernährung auch –

„die richtige Mischung machts aus!“

 
Image by Rob Coates

Diese Pflanzen 

freuen sich über eine 

Extraportion Kalk

Bohnen, Erbsen, Mangold, Karotten, Rote Rüben, Sellerie, Zwiebelgemüse, Tomaten

Oregano, Petersilie, Salbei,

Borretsch & Schnittlauch

Astern, Chrysanthemen, Forsythien, Pfingstrosen, Rosen & Tulpen

Image by Jacalyn Beales

Diese Pflanzen 

freuen sich NICHT über eine Extraportion Kalk

Magnolie

 Kamelien

 Hortensie 

Rhododendron

Pflanzen richtig vorziehen

Kaum lacht die Sonne vom Himmel drängt es mich ins Freie. Am liebsten würde ich schon beginnen die Beete vorzubereiten und die Gartensaison eröffnen. Doch die Erde ist noch „tiefgefroren“ und die Temperaturen knapp über 0°. Also heißt es noch warten. Ein bisschen kann ich mir jedoch helfen. In kleinen Anzuchttöpfen möchte ich Blumen, Kräuter und Gemüse vorziehen.

Doch was soll in meine Töpfchen? Welche Samenkörner brauche ich und welche brauchen dieselbe Behandlung? Ich sichere mir jedes Jahr von meinen Pflanzen gleich das Saatgut für die neue Saison. Besonders schön finde ich, dass mit meinen Nachbarinnen so eine richtige „Tauschbörse“ entstanden ist. So wird die Pflanzenvielfalt immer größer und abwechslungsreicher.  Alles was mir fehlt bzw. was ich neu entdecke und ausprobieren möchte muss ich mir kaufen. Dabei achte ich, dass ich samenfestes Saatgut bekomme. Dieses kann später weiter vermehr werden.

Doch wie schauen nun die idealen Startbedingungen aus? Als Faustregel gilt: „je größer der Samen, desto tiefer will er in die Erde“

Da gibt es einmal die sogenannten Lichtkeimer. Kleine feine Samen, die ein Plätzchen an der Oberfläche erhalten und nur leicht angedrückt werden.  Die Anzuchttöpfchen werden mit Folie oder Vlies abgedeckt damit sie nicht austrocknen.

Dann gibt es die Warmkeimer. Ihnen kann es nicht warm genug sein. Bei kuscheligen 18°-20° fühlen sie sich so richtig wohl und sie wollen auch mit Erde bedeckt werden.

Zwiebeln und Knollen von z.B. Frühlingsblumen keimen erst nach einer Kälteperiode. Sie gehören zu den sogenannten Kaltkeimern. Darum kommen sie schon im Herbst in den Boden.  

Wenn mein „Bepflanzungsplan“ fertig ist, besorge ich mir noch Anzuchterde und Anzuchttöpfchen. In dieser speziellen Erde finden sich keinerlei Rückstände von anderen Pflanzen, keine Pilzsporen oder andere Mikroorganismen und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Samen gut keimen. Anzuchterde kannst du auch leicht selbst machen. Bei den Anzuchttöpfchen greife ich sehr gerne auf Eierkartons zurück oder ich kaufe mir welche. Dabei musst du nur darauf achten, dass diese aus Holzfaser und nicht aus Torf (Torfabbau zerstört Lebensräume und gefährdet die Artenvielfalt!) sind. Beides ist kompostierbar und kann direkt in die Erde gepflanzt werden.

Und dann geht’s los. Erst kommt etwas Erde in die Töpfchen, dann werden sie leicht gerüttelt. So kann sich die Erde etwas setzen, eventuell muss ich nochmals Erde nachfüllen. Anschließend schnappe ich mir meine Samenpäckchen und gebe ein oder mehrere Samenkörner hinein. Pikieren muss man später so und so. Das erkläre ich dann in einem eigenen Beitrag, wenn es so weit ist.

Anschließend werden die Samen je nach Keim Art – ihr erinnert euch Licht- oder Warmkeimer – mit etwas Erde abgedeckt. Danach wird alles noch vorsichtig gegossen. Die Lichtkeimer (die ganz kleinen, feinen) besprühe ich nur vorsichtig und decke sie etwas ab.

Ganz wichtig ist auch, dass ihr eure bepflanzten Anzuchtschalen beschriftet. Zusätzlich zur Sorte trage ich mir auch das Aussaatdatum ein.

Meine Lichtkeimer kommen in den Keller und die Warmkeimer dürfen in der Küche bleiben.

Jetzt heißt es tägliche Pflege, Geduld und warten. Wir treffen uns wieder, wenn die Pflänzchen etwas größer sind und weiter behandelt werden müssen. Bis dahin viel Spaß.

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Zu den LICHTKEIMERN gehören z.B.:

Basilikum, Bohnenkraut, Curykraut, Dille, Estragon, Geranie, Kamille, Karotte, Kresse, Korianer, Kopfsalate, Lavendel, Oregano, Pfefferminze, Primel, Salbei, Sellerie, Thymian oder auch Zitronenmelisse

Anzuchttöpfe aus Eierkartons

Eierkartons lassen sich super als Anzuchttöpfchen verwenden. Sie bestehen aus Pappe, welche gut kompostierbar ist. Das heißt du kannst deine Pflanzen gleich mitsamt dem Pappbecher einsetzen. Diese verrotten mit der Zeit und dienen deinen Pflanzen gleich als Dünger.

Du siehst, du sparst nicht nur Geld, sondern tust auch der Umwelt etwas Gutes.

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Pikieren = vereinzeln

Jetzt ist es so weit! Meine Samen haben zu keimen begonnen und ich denke die Keimlinge haben jetzt genug Kraft, um in ihren eigenen Topf umzuziehen.

Um sie erfolgreich zu trennen, fülle ich normale, jedoch torffreie, Gartenerde in einzelne kleine Töpfe. Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Keimlinge vorsichtig mit Hilfe eines Pikierstabs (du kannst auch einen Bleistift nehmen) trennen. Achte darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen.

Danach mit dem Pikierstab ein etwa ein Zentimeter tiefes Loch in die Erde der neuen Töpfe drücken und die einzelnen Keimlinge hineinsetzen. Jeder Keimling bekommt seinen eigenen Topf. Achte darauf, dass die Wurzel sich ganz in der Erde befindet, im Idealfall reicht die Erde bis dicht unter die Keimblätter. Rundherum andrücken und vorsichtig gießen (nicht überschwemmen!). Ich besprühe meine Pflanzen anfangs nur und achte darauf, dass ich möglichst nur die Erde und nicht die Pflanze wässere.

Anschließend stelle ich die Pflanzentöpfchen an einen hellen Platz. Hier haben sie genug Raum und Licht, um groß und kräftig für einen Umzug ins Beet zu werden.

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Brennnessel-Jauche

  • Brennnesseln schneiden (ganze Pflanze), grob zerkleinern und gleich verarbeiten. Zu beachten: Sobald die Brennnessel Samen bildet lässt der Gehalt nutzbringender Inhaltsstoffe stark nach.

  • Gewähltes Gefäß etwa bis zur Hälfte mit zerkleinerten Brennnesseln befüllen, vorzugsweise mit Regenwasser auffüllen und an einen sonnigen Platz stellen. Damit der Vergärungsprozess richtig in Gang kommt einmal am Tag kräftig umrühren und Sauerstoff zuführen. Den Beginn der Vergärung erkennst Du an der Schaumbildung. Damit keine Insekten oder andere Tiere im Sud ertrinken, bitte das Gefäß mit einem Netz abdecken oder Hölzer reinstellen.

  • Durch den Gärprozess wird es außerdem bald unangenehm riechen. Um den Geruch einzudämmen kannst Du etwas Gesteinsmehl unterrühren oder die Jauche in die hinterste Ecke Deines Gartens verbannen.

  • Die Jauche ist fertig, sobald sie nicht mehr schäumt und sich braun gefärbt hat. Dies dauert ca. zwei Wochen. In saubere Flaschen abfüllen. Die Jauche kann nun bis zum Ende der Gartensaison verwendet werden.

  • Bevor die Jauche zum Einsatz kommt solltest Du sie unbedingt mit Deinem Gießwasser verdünnen. In der Regel 1:10.

 

Unsere
Wurmbox

Eins meiner heurigen Gartenprojekte ist die Wurm-Beetbox. Es ist eine Box welche ich direkt in unserem Hochbeet platziert habe. Die ca. 500 mitgelieferten Mistwürmer verwandeln unseren Biomüll zu wertvollem Wurmhumus und Komposttee. Dieser wertvolle Dünger findet so geradewegs und ohne Umweg seinen Weg zu unseren Gemüsepflanzen und es entsteht ein direkter Nährstoffkreislauf.

 

Das erste Mal von einer Wurmkiste habe ich in meiner Biogärtnerei gehört. Das Konzept hat mir gleich gefallen, jedoch waren da auch so Gedanken wie „Würmer haben wir eigentlich genug, Kompost haben wir auch zwei und unser Misthaufen ist in Arbeit“ – als ich mich dann endlich dafür entschieden habe, war sie ausverkauft! Doch ganz losgelassen hat mich das Thema nicht. 

Im  Mai habe ich dann eine Einladung zum „Online-Balkonkongress“ bekommen und auch hier war die Wurmkiste sehr oft Thema. Viele verschiedene Vortragende und natürlich „da Erdwurm“ * selbst haben mich dann überzeugt und ich habe meine Kiste bestellt.

 

Dann war es soweit. Geliefert wurde eine grüne Kiste mit den Maßen 40x30x20 cm und rund 500 Würmer im Substrat.

Ich habe in mein Hochbeet ein der Größe entsprechendes Loch geschaufelt und die leere Kiste darin eingesetzt. So - das neue Zuhause meiner  gefräßigen Helfer ist fertig und die Würmer können in die Box umziehen. Der Sack ist schnell ausgeleert und es wuselt richtig. Sofort schlängeln Sie sich zu ihrer ersten Mahlzeit. Kleingeschnittener Salat, eine Erdbeere und ein wenig Apfel. Ich weiß, dass ist jetzt nicht unbedingt Kompostabfall, jedoch soll es ja ein Willkommensschmaus sein.

 

Mittlerweile wandern Bioabfälle wie zerkleinerte Eierschalen, Schnipsel-Reste von Gurke, Paradeiser, Zucchini, Salat, Gemüse & Obst, Kaffeesud, Teekräuter, ein paar kleine Zeitungsreste, Stroh, etwas Kohle vom Grill usw. in die Box. Wirklich gerne fressen Sie Mist von nicht Fleisch fressenden Tieren wie z.B. der Kuh, den Pferden oder auch Kaninchenmist. Auch Grünschnitt finden die Tierchen sehr lecker.

 

Wirklich Bauchweh bekommen die kleinen Beet-Bewohner allerdings von Fleisch, Wurst, Milchprodukten, Zitrusfrüchten, Brot, Kuchen, gekochtem & gesalzenem, Knochen oder Giftigem - das solltet ihr wirklich nicht in die Kiste geben!

 

Wenn ich von meinem Projekt erzähle werde ich ganz sicher immer gefragt ob die Würmer nicht einfach aus der Box ins Hochbeet abhauen. Ja das machen sie ganz sicher und das ist auch gut so. Denn so durchlüften Sie das Beet und zurück kommen sie ganz freiwillig und meist bringen sie sogar gute Freunde mit. Denn so eine appetitlich und gut gefüllte Wurmbox ist ja quasi ein richtiges Wurm-Feinschmeckerlokal. 

 

Nach ein paar Wochen wird es ganz schön voll im Würmerhaus. Meine fleißigen Helfer haben ganze Arbeit geleistet und ich habe soviel Wurmhummus um ihn auch im Beet zu verteilen.

 

Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen, ich bin sehr zufrieden mit meiner Box. Es ist nicht nur interessant unsere Gäste zu beobachten, auch macht mir die Gastgeberrolle sehr viel Freude.

Gartenerde
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Fressen die Würmer die Wurzeln der Pflanzen?

NEIN – denn Würmer fressen nur totes Material.

Sterben die Würmer im Winter?

NEIN - Fallen die Temperaturen unter 10° - nimmt die Aktivität der Würmer stark ab und die Würmer tauchen tief in der Erde unter - mind. 50cm!

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