"Unsere kleine Farm"

Unser Traum war ja immer ein Bauernhof - doch manchmal macht das Leben Umwege und hat anderes mit einem vor. Doch jetzt ist es soweit - ein Kindheitstraum geht in Erfüllung - drei Hühner ziehen bei uns ein. Wir freuen uns sehr und sind gespannt auf unsere ersten frischen Eier. 

Letzten Samstag sind drei Hühnerdamen auf unserer Wiese eingezogen. Lange haben wir überlegt welche Rasse denn zu uns passt. Verliebt haben wir uns auf Anhieb in das deutsche Lachshuhn. Mit ihren Federn an den Beinen und das gewuschelte Federkleid sehen sie wie kleine Wollknäuel aus. Sie sind relativ robust, in der Haltung anspruchslos und für die Freilandhaltung sehr gut geeignet. Auch war uns wichtig, dass wir uns für eine alte und stark bedrohte Geflügelrasse entschieden haben. So wie bei den Kräutern oder Pflanzen, ist es auch in der Tierwelt wichtig, eine große Artenvielfalt zu erhalten. Gefunden haben wir sie auf einer Geflügelfarm in Niederösterreich. 

Und mal ehrlich, so ein Huhn legt ja nicht nur Eier, sondern ist auch Lieferant von jeder Menge wertvollem Hühnermist, dieser wiederum ist wertvoll für den Kompost und unsere Hochbeete. 

Unsere Hühnerdamen sind jetzt seit einigen Tagen bei uns und ich muss sagen sie sind wirklich entspannt und zutraulich. Neugierig haben Sie ihr neues zu Hause bezogen und ich denke sie fühlen sich in unserem spacigen, mobilen Stall sehr wohl. Als sie dann das erste Mal bemerkt haben, dass die Türe zum Freilauf offen ist, haben sie sehr vorsichtig aus der Türe gesehen und sind sehr zögerlich hinausgelaufen. So viel Neues zu entdecken! Doch die vielen neuen Geräusche und Eindrücke haben sie auch verunsichert und manchmal erschreckt. Schnurstracks flüchteten Sie zurück unter das schützende Stallgelände. Bei uns auf der Wiese fehlt es noch an Versteckmöglichkeiten. So haben wir in den ersten Tagen ihren Freigang richtiggehend bewacht. Stundenlang sind wir auf der Wiese gesessen oder im strömenden Regen im Freilauf gestanden und haben uns überlegt wie wir die Situation verbessern können. Zuerst haben wir aus fünf Stecken ein kleines Indianerzelt gebaut, anschließend noch eine größere, überdachte Voliere gebaut (diese bietet auch Schutz vor der Sonne) und ein paar Sträucher gesetzt. Diese müssen allerdings noch etwas wachsen um für unsere Hühner ein sicheres Versteck zu sein. Schön langsam lernen wir die Bedürfnisse und Charakter unserer Hühnerdamen kennen und wir freuen uns, dass sie bei uns sind. 

HÜHNERSTALL

 
"Chantal"
"Chantal"

Unsere "Chantal" - fragt mich nicht wie das Huhn zu seinem Namen kam. Sie führt auf jeden Fall die Gruppe an

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"Henriette"
"Henriette"

... ist immer mit dabei, kümmert sich jedoch auch um die Jüngste - "Klara"

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"Klara"
"Klara"

unser "Nesthäkchen" - sie ist die Jüngste und hängt sehr an den beiden anderen

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Durch unsere Hühner haben wir jetzt auch jede Menge Hühnermist und der ist ja bekanntlich sehr wertvoll. Hühnermist enthält Stickstoff, Kalium, Kalzium und einen hohen Anteil Phosphat und er ist reich an Nährstoffen. 

 

Im Unterschied zu jeder anderen Art von Mist muss Hühnerdung aufbereitet und kompostiert werden. Denn frischer Hühnerdung ist sehr scharf und würde die Pflanzen verbrennen.

 

Eine Möglichkeit der Kompostierung ist, den Mist, der beim Stallausmisten entsteht, inklusive der Streu, auf den Kompost zum Pflanzenmaterial zu werfen. Die Mischung gründlich wässern und regelmäßig wenden. So wird er gut belüftet und der Kompost erreicht die richtige Temperatur um Pflanzenmaterial abzubauen. Nach ca. 9 Monaten bis zu einem Jahr ist alles kompostiert und einsetzbar. 

 

Eine weitere Möglichkeit ist, einen geschlossenen Behälter zu verwenden und Jauche herzustellen. Wenn etwa ein Drittel des Behälters voll ist wird dieser mit Wasser aufgegossen, verschlossen und an einen warmen, schattigen Platz gestellt. Ab und zu umrühren und gleich wieder den Deckel draufgeben – Achtung: es stinkt fast noch schlimmer als Brennnesseljauche. Fertig ist die Jauche in ca. 2-3 Wochen. Du kannst es erkennen, wenn die Farbe der Flüssigkeit dunkelbraun und klar ist. 

Abseihen und in verschlossenen Glasflaschen aufbewahren. Wenn die Jauche zum Einsatz kommt muss sie unbedingt verdünnt werden. In der Regel 1:20. 

 

Ich habe mich für die Jauche entschieden. Zurzeit sammeln wir die Hühnerhäufchen in einem Kübel. Mal sehen wie lange wir brauchen. Ich gebe euch Bescheid, wenn unsere Jauche fertig und in Verwendung ist.

 
Huhn

Das deutsche Lachshuhn hat französische Ahnen

Unsere deutschen Lachshühner stammen ursprünglich von den französischen Masthühnern Faverolles ab. Deutsche Züchter züchteten aus der französischen Rasse ein Legehuhn, welches auch im Winter Eier legt. Sie gelten als anspruchslos, gutmütig, zutraulich und sind dadurch vor allem für Anfänger - also auch für uns - ideal. Unsere Hühner sind sehr locker, gemütlich und haben einen liebevollen Charakter. Sie genießen ihren Auslauf auf der Wiese und gackern entspannt vor sich hin. Da Lachshühner nicht viel fliegen ist die Gefahr, dass sie über den Geflügelzaun entkommen relativ gering.

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Im Vergleich zu anderen Hühnern ist der Backenbart, die befiederten Außenzehen und die fünf, anstelle der üblichen vier Zehen besonders auffällig und typisch. Unsere Hühner haben eine weiße Brust und einen weißen Bauch und sind vom Rücken über die Flügel bis zum Bürzel lachsfarben und sehr flauschig. Betrachtet man sie von hinten, sieht es aus als hätten sie ein Rüschenhöschen an.

Da unsere Hennen noch jung sind ist der Kamm und der Bart noch nicht ganz ausgebildet. Auch legen sie noch keine Eier. Lt. Berichten legen sie im Jahr so um die 160 hellbraune Eier. Für uns ist es nicht wichtig ob und wie viele Eier sie legen, wir freuen uns einfach, dass wir drei wuschelige Wiesenmitbewohner haben.